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Für den World Bowl gerüstet
Die Frankfurter Footballer könnten schon morgen den Einzug ins Finale der NFL Europa klarmachen
VON SEBASTIAN GEHRMANN
Seit einigen Tagen schmücken bunte Fahnen den Weg vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Stadion. Ein prächtiges, fast majestätisches Bild, schwärmt Tilman Engel, der Manager der Galaxy-Footballer. Die kostspielige Marketingkampagne, die flächendeckend den World Bowl, das Finale der NFL Europa (NFLE), am 23. Juni bewirbt, soll der Liga zum Saisonabschluss eine voll besetzte Arena und so einen würdigen Rahmen für das Großereignis bescheren. Zugleich soll das ehrgeizige Projekt Engels neue Maßstäbe setzen.
Derart offensiv würde der Manager seine Pläne nie formulieren, doch wenn er sagt, "dass wir zeigen wollen, wie so ein Event aussehen kann", ist das aussagekräftig genug. Das einzig verbliebene Team aus der Gründerzeit der europäischen Footballliga, die ihre Präsenz mittlerweile auf den halbwegs lukrativen deutschen Markt fokussiert, gilt als Vorzeigeableger. Die Galaxy ist sportlich wie wirtschaftlich solide. Sie ist, wie von Engel gerne kolportiert, "das relevanteste Team außerhalb der USA". Als Ende der 80er Jahre im New Yorker Hauptquartier der NFL globale Vermarktungsstrategien geschmiedet wurden, war vermutlich von einem Standort wie Frankfurt die Rede.
Gerne wird das Bild vom Flaggschiff der Liga bemüht. "Es gibt eine gewisse Erwartungshaltung", sagt Engel. Heute (19 Uhr) können sich die Hessen mit einem Sieg bei den Hamburg Sea Devils als erstes Team für das Endspiel qualifizieren. Der Titelverteidiger steht seit Wochen an der Tabellenspitze. Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast 40 Prozent mehr Finalkarten für die 51 500 Zuschauer fassende Arena verkauft als zum gleichen Zeitpunkt 2006. Exakte Zahlen wurden nicht kommuniziert. Gleiches gilt für die Zuschauerzahl, ab der die Liga in der Gewinnzone liegt. 35 000 gilt bei Insidern als magische Grenze.
Endspiel ohne Motto
Die NFLE ist ein Zuschussgeschäft. Noch immer haftet ihr das Image der Retortenliga an. Spätestens mit dem World Bowl in Frankfurt soll sich das ändern. Bei den Hessen liegt der Fokus längst auf dem Sport. Wo früher mit Show und Spektakel geworben wurde, stehen jetzt die Spieler im Rampenlicht. Konsequenterweise kommt auch das Endspiel seit Jahren wieder ohne Motto daher. "Seeräuber und Flusspiraten würden hier nur mühsam konstruiert wirken", sagt Engel. Das Endspiel soll als der "europäische Super Bowl" wahrgenommen werden. 50 Prozent des Werbeetats fließen in Radiospots. Die Trailer im DSF laufen bereits. Nächste Woche will die ARD einsteigen.
Der derzeit Drittplatzierte aus Hamburg wäre unter den verbliebenen Mitkonkurrenten wohl der attraktivste Endspielgegner für ein Spiel, das auch als "Bewerbungsvideo" (Engel) für ein reguläres NFL-Spiel in Deutschland gilt. In der Hansestadt hat Football Tradition. Mehr als 2000 Fans würden das Team wohl an den Main begleiten. Die Liga würde den Sonderzug subventionieren, für den die Deutsche Bahn rund 26 000 Euro verlangt. Spätestens in der Woche nach dem letzten Heimspiel gegen Köln soll in Frankfurt auch der 90 000 Euro teure Rasen verlegt werden. Die Kosten trägt der Stadionbetreiber.
Die Frankfurter Footballer könnten schon morgen den Einzug ins Finale der NFL Europa klarmachen
VON SEBASTIAN GEHRMANN
Seit einigen Tagen schmücken bunte Fahnen den Weg vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Stadion. Ein prächtiges, fast majestätisches Bild, schwärmt Tilman Engel, der Manager der Galaxy-Footballer. Die kostspielige Marketingkampagne, die flächendeckend den World Bowl, das Finale der NFL Europa (NFLE), am 23. Juni bewirbt, soll der Liga zum Saisonabschluss eine voll besetzte Arena und so einen würdigen Rahmen für das Großereignis bescheren. Zugleich soll das ehrgeizige Projekt Engels neue Maßstäbe setzen.
Derart offensiv würde der Manager seine Pläne nie formulieren, doch wenn er sagt, "dass wir zeigen wollen, wie so ein Event aussehen kann", ist das aussagekräftig genug. Das einzig verbliebene Team aus der Gründerzeit der europäischen Footballliga, die ihre Präsenz mittlerweile auf den halbwegs lukrativen deutschen Markt fokussiert, gilt als Vorzeigeableger. Die Galaxy ist sportlich wie wirtschaftlich solide. Sie ist, wie von Engel gerne kolportiert, "das relevanteste Team außerhalb der USA". Als Ende der 80er Jahre im New Yorker Hauptquartier der NFL globale Vermarktungsstrategien geschmiedet wurden, war vermutlich von einem Standort wie Frankfurt die Rede.
Gerne wird das Bild vom Flaggschiff der Liga bemüht. "Es gibt eine gewisse Erwartungshaltung", sagt Engel. Heute (19 Uhr) können sich die Hessen mit einem Sieg bei den Hamburg Sea Devils als erstes Team für das Endspiel qualifizieren. Der Titelverteidiger steht seit Wochen an der Tabellenspitze. Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast 40 Prozent mehr Finalkarten für die 51 500 Zuschauer fassende Arena verkauft als zum gleichen Zeitpunkt 2006. Exakte Zahlen wurden nicht kommuniziert. Gleiches gilt für die Zuschauerzahl, ab der die Liga in der Gewinnzone liegt. 35 000 gilt bei Insidern als magische Grenze.
Endspiel ohne Motto
Die NFLE ist ein Zuschussgeschäft. Noch immer haftet ihr das Image der Retortenliga an. Spätestens mit dem World Bowl in Frankfurt soll sich das ändern. Bei den Hessen liegt der Fokus längst auf dem Sport. Wo früher mit Show und Spektakel geworben wurde, stehen jetzt die Spieler im Rampenlicht. Konsequenterweise kommt auch das Endspiel seit Jahren wieder ohne Motto daher. "Seeräuber und Flusspiraten würden hier nur mühsam konstruiert wirken", sagt Engel. Das Endspiel soll als der "europäische Super Bowl" wahrgenommen werden. 50 Prozent des Werbeetats fließen in Radiospots. Die Trailer im DSF laufen bereits. Nächste Woche will die ARD einsteigen.
Der derzeit Drittplatzierte aus Hamburg wäre unter den verbliebenen Mitkonkurrenten wohl der attraktivste Endspielgegner für ein Spiel, das auch als "Bewerbungsvideo" (Engel) für ein reguläres NFL-Spiel in Deutschland gilt. In der Hansestadt hat Football Tradition. Mehr als 2000 Fans würden das Team wohl an den Main begleiten. Die Liga würde den Sonderzug subventionieren, für den die Deutsche Bahn rund 26 000 Euro verlangt. Spätestens in der Woche nach dem letzten Heimspiel gegen Köln soll in Frankfurt auch der 90 000 Euro teure Rasen verlegt werden. Die Kosten trägt der Stadionbetreiber.
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